1750-1875

Der erste Schulleiter war der

Küster und Lehrer Jacob Lippe (Schuleiter vom 10.06.1750 bis 1780)

aus Essen. 1776 unterrichtete er in Dorstfeld acht Schüler, die alle namentlich bekannt sind: Bernhard Heinrich Schröder, Caspar Diedrich Krumme, Clemens Krumme, Diedrich Lüke, Elisabeth Holweg Schulte-Coerne, Hermann Hölling, Maria Christina Feldmann Westhoff und Maria Antonia Wulff. Über ihn ist nichts weiteres bekannt. Seine Nachfolge trat der

Küster und Lehrer Heinrich Lippe (Schulleiter von 1780 bis 1801)

an. Er stammt ebenfalls aus Essen, über eine verwandtschaftliche Beziehung zum Obigen ist aber nichts bekannt. Aufgrund eines Augenleidens schied er aus dem Schuldienst aus, er erblindete vollständig am 08.05.1808. Ihm folgte der aus Huckarde stammende und in Essen ausgebildete

Lehrer Johann Wilhelm Grimme (Schulleiter von 1801 bis 1806),

der 1801 von der Schulkommission in Essen bestätigt wurde. Er gab das Lehramt aber zugunsten der Feldmesskunst auf und übertrug seine Stelle an den

Lehrer Wilhelm Holweg (Schulleiter von 1806 bis 1810) aus Kurl.

Auch Wilhelm Holweg blieb nicht lange vor Ort, im folgte 1810 der

Lehrer Cornelius Grimme (Schulleiter von 1810 bis 1814),

ein Bruder des oben genannten Johann Wilhelm Grimme. Cornelius Grimme hat seine Ausbildung in Soest genossen. 1814 wechselte er nach Bochum. Ihm folgte ein weiterer Bruder aus der Familie Grimme, nämlich der

Lehrer Wilhelm Grimme (Schulleiter von 1814 bis 1817).

Wilhelm Grimme war zeitgleich Pächter des Hauses Huckarde und legte seine Lehrstelle nieder, um in Königsberg Geometrie zu studieren. Er starb am 02.01.1825. Ihm folgte am 27.09.1817 der

Küster und Lehrer Hermann Pötting (Schulleiter vom 27.09.1817 bis 28.02.1875)

aus Mülheim an der Ruhr. Er war in Soest ausgebildet. Lehrer Pötting weigerte sich ab 1825, in den Wintermonaten nach Dorstfeld zu gehen und die Abendschule abzuhalten, da in ganz Dorstfeld nur ein schulpflichtiges katholisches Kind wohnte: Theodora Schulte – Coerne. Insofern schlief der Unterricht ein und das Schulhaus verfiel. Im Jahr 1836 meldet Frau Henrica Elisabeth Schulte-Coerne der königlichen Regierung zu Arnsberg in einem Beschwerdebrief folgendes:

„[...] In einem Gemeinheitshause, worin der Schweinehirt wohnte, waren zwei Schulstuben; in der kleinsten wurden die katholischen Kinder von dem Schullehrer von Huckarde unterrichthet: Diese verfiel als Erstere, sodaß darin keine Schule mehr zu halten war. Die Reparirung oder Beschaffung einer anderen Schule wurde von dem Hochwürdigen Herrn Pfarrer nicht gewusst. [...]“.

Pfarrer Coenen aus Huckarde drang darauf, dass der Lehrer die Abendschule in Dorstfeld halten müsse. Das Generalvikariat schloss sich dieser Ansicht an, aber auf die Beschwerde des Lehrers Pötting hingegen entschied die Arnsberger Regierung, dass Lehrer Pötting die Abendschule in Dorstfeld nicht zu halten brauchte. Um dieselbe Zeit fanden dann Verhandlungen wegen Trennung der katholischen Eingesessenen in Dorstfeld von der Pfarrschule in Huckarde statt, die aber zu keinem Ergebnis führten. Dagegen kam es 1833 vorübergehend zu einer Trennung der katholischen Dorstfelder von der huckarder Pfarrschule. Als man die katholischen Eingesessenen von Dorstfeld zu den Lasten der Reparatur der Pfarrschule in Huckarde heranziehen wollte, erklärten diese in einem bei der Witwe Sträter abgehaltenen Termine sich sämtlich unter Mittragung der Schullasten für die Mitgliedschaft in der katholischen Schulgemeinde Huckarde. Nur der Gutsbesitzer Wulff und die beiden Tagelöhner Flohr und Wortmann schlossen sich dieser Erklärung nicht an. Aber in einem Protokolle vor Bürgermeisterei Brügmann traten auch diese der Erklärung am 18. März 1833 bei. Gutsbesitzer Heinrich Wulff tat denselben Schritt in einer Eingabe vom 03. Juni 1833, in der er forderte, dass die Schulkinder der Eingesessenen in Dorstfeld die katholische Pfarrschule in Huckarde besuchen sollten, wie auch früher. Die Bestrebungen der dorstfelder Katholiken um ein eigenes Schulgebäude in Dorstfeld setzten aber bald darauf verstärkt ein. Besonders der Gutsbesitzer Wulff in Dorstfeld war unermüdlich in dieser Frage tätig, bis endlich 1875 die katholische Schule durch Saprierung von Huckarde „selbstständig“ wurde.

Die katholischen Kinder aus Dorstfeld mussten, wie bereits dargelegt wurde, die katholische Pfarrschule in Huckarde besuchen. Dank der energischen und unverfrossenen Bemühungen der Dorstfelder Katholiken, namentlich des Gutsbesitzers Wulff, wurde am 01.03.1875 die katholische Volksschule in Dorstfeld gegründet. Die evangelische Schulgemeinde Dorstfeld stellte für die katholische Volksschule ein Klassenzimmer in der evangelischen Schule zur Verfügung.

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